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Alfons Lütkoff  (1905 – 1987)

 Maler und Kunsterzieher



Lebenslauf

1905
geboren (17.10.) und aufgewachsen in Iserlohn / Westf.

1925 - 1930 


Studium der Malerei, graphischen Techniken und Kunstgeschichte für das höhere Lehramt: Universität Münster: Prof. Wackernagel
Kunstakademie Kassel: Prof. Kay H. Nebel (Meisterschüler)
Staatliche Kunstschule Berlin: Prof. B. Hasler, G.W. Rössner, H. Siegel (Marionetten)

1930 – 1943
malt unter dem Pseudonym Stefan Lagher die 'verbotenen' Bilder,
1932 erste Ausstellungen, danach bis 1940 keine weiteren Beteiligungen,
1930 – 1937 im Schuldienst in Dortmund und Lüdinghausen
ab 1938 Studienrat für Kunsterziehung an der Oberschule für Jungen, Herten/Westf., Marionettenbühne 

1943 – 1945
Kinderlandverschickung in Berchtesgaden (1943-45)
anschließend: freischaffender Künstler in Iserlohn mit reger Ausstellungstätigkeit,
Entnazifizierung und völlige Rehabilitation (1945 – 1948)
 

1948 – 1968
Studienrat für Kunsterziehung, Gymnasium Herten, Arbeit in der VHS Erwachsenenbildung, Marionettenbühne 


1969 – 1987

Ruhestand und freischaffender Künstler in Kotzenbüll, Eiderstedt.
Verstorben am 16.01.1987 in Kotzenbüll




Künstlervereinigungen

Ruhr-Lenne, Iserlohn 1945-50;
Hagenring, Hagen 1946-50
Vestischer Künstlerbund, Recklinghausen 1953-68
Kunstverein Heide

Arbeiten im öffentlichen Besitz

Stadt Iserlohn (Nachlass),
LWL Westf. Landesmuseum Münster,
NordseeMuseum Nissenhaus Husum,
Stadt Herten, Stadt Recklinghausen, Stadt Marl,
Gemeinde Kotzenbüll, Haus Peters Tetenbüll,

Wichtige Malerfreunde

Kurt Prechtl (1906 – 1993) Pseudonym Eugen Flagol
Werner Herzbruch (1906 – 1947) Pseudonym Georg Berken


Zur NS-Zeit 

Seit 1930 orientierte Alfons Lütkoff seine Malerei zunächst am französischen Kubismus, dann am Surrealismus. Da er abgeschnitten von den wichtigen Kunstzentren lebte, informierte er sich vor allem in der französischen Kunstzeitschrift Cahiers d´Art.

Ab 1932 versuchte er sich durch Ausstellungen bekannt zu machen und nahm teil an der 6. Großen Westfälischen Kunstausstellung in Münster und der Herbstausstellung Westfälischer Künstler in Dortmund. Um jegliche Konfrontation mit seinen nationalistischen Lehrerkollegen zu vermeiden, signierte er mit seinem Pseudonym ´Stefan Lagher´. Nach 1933 war jedoch an eine öffentliche Präsentation seiner Arbeiten nicht mehr zu denken. Lütkoff malte im Verborgenen weiter in der beständigen Angst, dass seine ´verbotenen Bilder´ entdeckt würden. Ab 1935 verschlüsselte er sogar die Datierungen.

1937 erhielt er auf dem Dienstweg die Aufforderung der NSDAP beizutreten. Einer Durchsuchung seines Ateliers konnte er nur knapp entgehen. Das Bemühen, seine Bilder in Frankreich unterzubringen, scheiterte. Damit war der Druck auf ihn und seine Frau unerträglich geworden.

1939 wurde Lütkoff Mitglied der Reichskulturkammer mit der Auflage, an den entsprechenden Ausstellungen teilzunehmen. Er hatte von nun an systemkonform zu malen, was für ihn als avantgardistischer Maler nicht ganz einfach war. So erhielt er immer wieder deutliche Kritik an seiner Malweise. Wie er noch 1943/44 in den Briefen an seine Frau berichtete, fand er nur schwer zu einer Ausdrucksweise, die ihn gänzlich zufrieden stellte.

Nach Kriegsende lebte er bis zu seiner völligen Rehabilitation in Iserlohn.
Zeugnis über ihn hatten u.a. folgende Persönlichkeiten abgelegt: Prof. Martin Wackernagel, Münster; der Kunsthistoriker und Maler Franz Große-Perdekamp, Recklinghausen; der Maler Eberhard Viegener, Präsident des Westdeutschen Künstlerbundes, der ihn schon 1932 anlässlich der 6. Großen Westfälischen Kunstausstellung in Münster schätzen gelernt hatte.

Die ´Stefan Lagher´ Bilder der Vorkriegszeit fanden jedoch auf Ausstellungen nach dem Krieg keine besondere Resonanz mehr.




Literatur


Elisabeth Laur  

Die Gemälde von Alfons Lütkoff aus den Jahren 1930 bis 1945 –
ein bisher unbekanntes Beispiel "entarteter" Kunst im Dritten Reich.  
Magisterarbeit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Kiel 1992    

Uwe Haupenthal, Rainer Danne (Hrsg.) 

Alfons Lütkoff (1905 – 1987) - Gemälde und grafische Arbeiten 
 Mit Beiträgen von Ulrich Steden, Elisabeth Laur und Katrin Schäfer 107 Seiten, zahlreiche, teils farbige Abbildungen, broschiert 2005 Verlag der Kunst Dresden Ingwert Paulsen jr., Husum 


Klaus Kösters 

 Alfons Lütkoff: Bedrohung, 1939 
 in: Klaus Kösters 100 Meisterwerke westfälischer Kunst (S.182 f) 2011 Aschendorff Verlag Münster 

Rainer Danne 

 Alfons Lütkoff (1905 – 1987) 
 in: Klaus Kösters (Hg) 
 Anpassung – Überleben – Widerstand, Künstler im Nationalsozialismus, (S.126 – 132) 
Katalog zur Ausstellung, 2012 Aschendorff Verlag Münster